U-Bahnhof Gebersdorf: Vorstellung im Baukunstbeirat

Anregend war sie, die Diskussion über unseren Vorentwurf zum U-Bahnhof Gebersdorf im Baukunstbeirat der Stadt Nürnberg. In Verbindung mit den ersten Ergebnissen unserer parallel zu erarbeitenden typologischen Studie zum Sandäcker-Areal haben wir unseren Ansatz erläutert, einen identitätsstiftenden Ort an dieser Endhaltestelle der U3 zu schaffen.

Der Bahnhof liegt an der Stelle, an der sich der Haltepunkt Süd der 1986 stillgelegten Bibertalbahn befand. Hier treffen der Landkreis Fürth, die Stadt Fürth und die Stadt Nürnberg aufeinander, wenige hundert Meter weiter, südlich der Hügelstraße, stand 1632 Gustav Adolf der Schwedenkönig auf dem sogenannten „Schwedenhügel“, um das Schlachtgeschehen zu betrachten.

1972 ging der Europakanal in Betrieb, in der Folge der Wiedervereinigung und den politischen Veränderungen unterlag der Ort auch in den vergangenen zwanzig Jahren erheblichen Veränderungen: so zogen sich US-Army und Bundeswehr zurück, es blieben die Johnson-Barracks (heute Gewerbepark Süd der Stadt Fürth), sowie das wunderbare Naturschutzgebiet „Hainberg“, das man von der U-Bahnhaltestelle Gebersdorf in wenigen Jahren mit einigen Minuten Fussmarsch bequem erreichen kann: lohnenswert schon jetzt für ausgedehnte Spaziergänge (Wegegebot im Naturschutzgebiet!). Dort liegt auch der Rednitzgrund, er zieht seine Spur unter der alten Eisenbahnbrücke der Bibertalbahn und der Trogbrücke des Europakanals durch. Nur wenige Kilometer oberhalb, im Norden, am Fürther Hauptfriedhof treffen dann Rednitz und Pegnitz aufeinander, um zur Regnitz zu werden und den Weg nach Bamberg fortzusetzen. Der Ort des U-Bahnhofes markiert eine bedeutende Nahtstelle an den umliegenden städtischen Rändern, die noch viele weitere, hoffentlich nur positive Entwicklungen erleben wird.

Wir haben eine schlanke, feine Skulptur für den Hauptabgang der U-Bahn abgestellt, mit Perforationen versehen, die Aus- und Einblicke erlauben, sowie zahlreiche kleine Lichtpunkte setzen. Am Bahnsteig wiederholen wir das Motiv, Reflektionen des Kunstlichtes, ausgelöst durch hochglänzende Fliesenteile im sonst mattweißen Wandbelag imitieren die Stimmung im Abgang. Dies wurde durch das Gremium positiv bewertet, so, wie auch der U-Bahnhof Kleinreuth, den Kollege Andreas Grabow von Grabow und Hofmann Architekten BDA in der gleichen Sitzung vorstellte. Den zweiten Treppenabgang und den Aufzugskörper werden wir nun als Satelliten der Skulptur weiterbearbeiten, die Sprache dabei halten, um einen schönen Ort für all diejenigen zu schaffen, die dort in einigen Jahren ein- und aussteigen.

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